Was ist SOLon?
SOLon ist ein vertikales Photovoltaiksystem für Gründächer, entwickelt von der SOLYCO Solar AG. Es nutzt bifaciale Glas-Glas-Module, die senkrecht montiert werden und Strom auf beiden Seiten erzeugen.
Wichtig: SOLYCO ist der Hersteller. Optigrün ist Kooperations- und Vertriebspartner für Gründachlösungen.
Klassische Gründach-Photovoltaik: der Standard
Bei klassischen Gründach-PV-Systemen handelt es sich typischerweise um:
- schräg aufgeständerte Module (häufig 10...15°)
- Süd- oder Ost-West-Ausrichtung
- ballastierte Unterkonstruktionen ohne Dachdurchdringung
Ziel: maximaler Stromertrag pro Dachfläche.
Der zentrale Unterschied im Überblick
| Kriterium | Klassische Gründach-PV | SOLon (SOLYCO) |
|---|---|---|
| Modulstellung | geneigt | vertikal |
| Ausrichtung | Süd / Ost-West | Ost-West |
| Ertrag pro m² | hoch | niedriger |
| Tagesprofil | Ertragsspitzen | gleichmäßiger |
| Verschattung | deutlich | minimal |
| Biodiversität | eingeschränkt | sehr gut |
| Gründachpflege | erschwert | nahezu uneingeschränkt |
Energieertrag: Quantität vs. Qualität
Klassische Systeme
- höchster kWp-Ertrag pro m²
- ideal für Eigenverbrauch, Wirtschaftlichkeitsrechnung und begrenzte Dachflächen
Faustwert: ca. 150 bis 200 Wp/m² Dachfläche
SOLon
- weniger installierte Leistung
- dafür oft Vorteile bei diffusem Licht, Winterperformance sowie Erzeugung am Morgen/Abend
Faustwert: ca. 70 bis 100 Wp/m² Dachfläche
Einordnung: Klassische PV maximiert Strom. SOLon optimiert das Gesamtsystem Dach (Strom + ökologische Dachfunktion + Nutzbarkeit).
Auswirkungen auf das Gründach
Klassische PV
- dauerhafte Verschattung unter Modulen
- Vegetation häufig reduziert (z. B. Sedum-dominant)
- Pflege & Kontrolle erschwert
SOLon
- gleichmäßigere Licht- und Wasserverteilung
- Gründach bleibt funktional besser nutzbar
- höhere Artenvielfalt möglich
- geeignet für ökologische Ausgleichsflächen
Ökologisch betrachtet ist SOLon häufig überlegen, wenn Biodiversität und Dachfunktion im Vordergrund stehen.
Statik & Bestandsdächer
- klassische Systeme benötigen je nach Auslegung oft hohe Auflast
- SOLon kann Lasten gleichmäßiger verteilen
- im Betrieb kann die Dachnutzbarkeit (Zugang/Inspektion) vorteilhaft sein
Praxisnutzen: relevant bei älteren oder statisch begrenzten Dächern.
Wartung & Betrieb
| Aspekt | Klassisch | SOLon |
|---|---|---|
| Zugang zum Dach | eingeschränkt | sehr gut |
| Gründachpflege | aufwendig | einfach |
| Modulreinigung | schwieriger | leichter |
| Schneemanagement | relevant | kaum relevant |
Wirtschaftlichkeit: eine ehrliche Einordnung
Klassische Gründach-PV
- günstiger pro kWp
- schnellere Amortisation in standardisierten Gewerbe-/Industrie-Use-Cases
- stark kWh-getrieben
SOLon
- häufig höhere Investitionskosten
- geringere installierte Leistung
- wirtschaftlich besonders dann, wenn zusätzlich bewertet werden:
- Gründachpflicht / Genehmigungsfähigkeit
- Biodiversität / Ausgleichsflächen
- ESG-Kriterien
- kommunale Bonus- oder Fördermodelle
Wann ist SOLon die bessere Wahl?
SOLon ist ideal, wenn …
- ökologische Qualität des Gründachs Priorität hat
- Biodiversität gefordert oder bewertet wird
- das Dach als Ausgleichsfläche zählt
- Statik begrenzt ist
- ESG-Ziele erfüllt werden sollen
Klassische PV ist besser, wenn …
- maximaler Stromertrag im Fokus steht
- Wirtschaftlichkeit primär kWh-getrieben ist
- Dachfläche knapp ist
Fazit: Es gibt keine „beste“ Lösung. Aber die passende.
SOLon ist kein Ersatz für klassische Photovoltaik, sondern eine Antwort auf Zielkonflikte.
- Energie im Fokus: klassische Gründach-PV
- Ökologie im Fokus: SOLon
- Städtische Projekte: häufig SOLon (wenn Biodiversität/Gründachfunktion relevant sind)
- Gewerbe & Industrie: meist klassisch (wenn Ertrag pro Fläche dominiert)
FAQ
Ist SOLon von Optigrün?
Nein. Hersteller ist die SOLYCO Solar AG. Optigrün ist Kooperations- und Vertriebspartner für Gründachlösungen.
Eignet sich SOLon für jedes Gründach?
Vor allem für extensive, ökologische Gründächer und Dächer mit hohen Umweltauflagen, bei denen Biodiversität, Pflegezugang und Dachfunktionalität wichtig sind.
Ist SOLon wirtschaftlich?
Nicht primär über maximale kWh, sondern häufig über Dachwert, ESG-Kriterien und Genehmigungsfähigkeit sowie ggf. Bonus- oder Fördermodelle zum Beispiel SOLARplus von IBB für Berlin.
